Kopfkino

Da sitz ich wieder mal und hab einen tollen Bericht geschrieben. Eine Reportage über die Theaterprobe in Laugna. Sogar auf der Facebookseite habe ich entdeckt, dass die erste Vorstellung schon ausverkauft ist. Und das am ersten Tag des Vorverkaufs, morgens um neun. Das hab ich alles reingebracht in den Text. Damit ich dann beim Bild merke, zum Text passt das nicht.

Auf der anderen Seite ist es genau das Bild, das die Theaterleute wollen. Alle drauf in einem Gruppenbild. Sieht ja auch gut aus. Vor allem für ein Gruppenbild. Der Text und das Foto sind weg an die Redaktion. Ich hab angerufen und gesagt, dass ich einen tollen Text hab. Bin gespannt, ob bald das Telefon läutet und die Frage kommt: „Hast du noch ein passendes Bild?“ Ich hätt‘ schon eins, das annähernd gehen würde. Selbstkritisch bin ich ja nicht, nein, ich doch nicht. Aber… Das Telefon klingelt, weil ich gar kein Foto ins System eingestellt hab.  Mit lauter Hin- und Herdenken hab ich vergessen, es abzuschicken.

„Das kannst du doch absetzen…“

Immer wieder höre ich den Satz, wenn es um eine Neuanschaffung geht, die ich mir nicht leisten will: „Das kannst du doch absetzen!“ Manchmal sehe sogar ich das nicht ein. Zum Beispiel, wenn es um ein neues Objektiv für meine Kamera geht, so ein günstiges für schlappe 1500 Euro. Immerhin hab ich schon eins. Das hab ich auch erst vor ein oder zwei Jahren gekauft, weil das alte hinüber war. Und es leistet gute Dienste, auch wenn es das Motiv nicht soweit herzoomt und deshalb wesentlich günstiger war.

Den Satz hörte ich auch, als ich erzählte, dass ich ein gebrauchtes Windows Surface 3 gekauft hab. Die Vorgeschichte:

Mein anderes Netbook hat den Geist aufgegeben und ich hab bisher keine Rückmeldung vom Kundendienst bekommen, wo ich es wegen der Garantie eingeschickt hab. Auch das hat Geld gekostet Anfang des Jahres.

Außerdem hab ich mir per Abo meiner Lieblingszeitung ein iPad gegönnt samt zugehörigem Stift, der natürlich extra beschafft werden musste. Das nehm ich inzwischen zum Mitschreiben bei Terminen und und find seitdem jede Mitschrift wieder, kann sogar Fotos einer Präsentation machen und den Kommentar des Redners zum betreffenden Punkt schreiben.

Doch ich brauch ein Windows-Gerät für meine Kurse und das Surface wollt ich, weil der Stift so klasse Funktionen hat, die super Dienste leisten. Nein, ich hab mir nicht die neueste Ausführung geleistet, aber auf eine guten Prozessor und eine große und schnelle Festplatte geachtet. Der Gesprächsverlauf mit einem Bekannten: Ein Surface 6? Ich: Nein, ich leg keine 1200 Euro oder mehr hin. Seine Antwort: Das können Sie doch absetzen! Ja, kann ich. Aufgeteilt auf mehrere Jahre schmälert es meinen Gewinn wirklich erheblich (Ironie off). Meinen Geldbeutel auf jeden Fall, in dem Moment, in dem ich es bezahle. Bei dem Gebrauchten, das ich gekauft hab, kann ich den Komplettpreis direkt abziehen, da er unter der steuerlichen Grenze liegt. Und das Surface funktioniert klasse. Auch die Sonderfunktionen, soweit ich die bisher realisiert habe.

Und der neue Bildschirm für den Stand-PC daheim und der WLAN-Adapter laufen auch prima, nachdem die vorigen den Geist aufgegeben haben.

Immerhin arbeite ich nicht nur, um den verbleibenden Ertrag ständig wieder in Arbeitsgeräte zu investieren. Nach Abzug der laufenden Kosten, zu denen auch die großzügige Unterstützung des Staates durch meine Steuern gehört, sieht der „Gewinn“ sowieso eher ernüchternd aus. Klar macht die Arbeit Spaß und ich liebe es, ständig online zu sein mit Geräten, die mir meine Arbeit erleichtern. Sonst könnte ich das Pensum nicht leisten. Doch möchte ich mit meiner Arbeit auch meinen Teil zum Familienbudget beitragen. Bei dem Zeit- und Energieaufwand kann die Tätigkeit sowieso schon lange nicht mehr als Hobby gesehen werden.

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